„Aus Fehlern lernt man.“

 

Jup, stimmt. Ist jedoch trotzdem schöner, wenn alles glatt geht. Nun ist es jedoch so, dass selten „alles glatt“ geht und ein Projekt genauso endet wie angedacht.

 

Warum? Weil es in jeder Planung immer einen unkalkulierbaren Faktor gibt. Wir nennen ihn:

 

 

 

Faktor F

 

 

Dieser Faktor steht für alles Unplanbare, alle unvorhersehbaren Ereignisse, die zu einem abweichenden Ergebnis führen. Da dieses nicht zwingend schlechter sein muss, kann das F sowohl für etwas Positives wie Fame, Fun oder Fans stehen, als auch für etwas Negatives wie Fail, Flop oder auch einfach nur „Fuuuuck!“.

 

hittheroad

 

Im Falle unseres Langstreckentests hat der Faktor F zu vielen schönen, unerwarteten Momenten geführt, uns aber auch immer wieder herausgefordert.

 

Am Ende mussten wir die Tour aufgrund eines besonders schwerwiegenden Falls von Faktor F vorzeitig beenden und den demolierten Anhänger irgendwo im Nirgendwo, zwei Zugstunden von Paris entfernt, abholen und zurück nach Hamburg befördern.

 

Also alles ein riesengroßer Fail? Nein, bei weitem nicht! Natürlich hallten in den letzten Wochen unnormal viele F***s durch das NÜWIEL HQ, dennoch sehen wir die Tour als erfolgreich an.

 

Warum, dass wollen wir euch gerne an unseren Top 5 Fs des kurzen NÜWIEL Langstreckentests zeigen.

 

top-5-fs

 

1. Fever

 

Wir alle fieberten der Tour entgegen. Giacomo hat dies wohl etwas zu wörtlich genommen und wurde nach den ersten Kilometern von einer bösen Grippe aus dem Sattel gehauen. Spätfolgen einer ziemlich stressigen Masterarbeitszeit. Also ein kurzer Zwischenstopp in der Heimat und dann zurück auf Los. Der Start der Tour verzögerte sich dadurch um einige Tage, doch Gesundheit geht eben vor!

 

2. Fun

 

Die Vorbereitung eines solchen Tests kostet Nerven, dennoch macht es auch unglaublich viel Spaß. Zum ersten Mal haben wir den Anhänger für längere Zeit in fremde Hände gegeben und ihn das erste Mal in freier Wildbahn davon fahren zu sehen ist ein wirklich besonderer Moment gewesen, für das gesamte Team.

 

3. Friends

 

Unsere Sponsoren! Ohne sie hätte die Tour gar nicht stattfinden können. Deswegen wollen wir sie euch kurz vorstellen:

 

alpacargo

Diego, der Gründer von alpacargo hat ein besonders leichtes Lastenfahrrad entwickelt, welches eher einem Rennrad gleicht und dennoch hohe Lasten tragen kann. Dank dieser italienischen Konstruktion kann Giacomo die Tour auch ohne den Anhänger fortsetzten.

 

SQ Labs

Durch die Vermessung des Sitzknochens wird bei SQ Labs ein Sattel zum bequemen Sofa fürs Fahrrad. Der Sattel wird nach der individuellen Vermessung passend zu der geplanten Strecke und Belastung ausgewählt. Ein schmerzender Hintern ist damit selbst bei langen Strecken passé.

 

Shark Sportswear

Ob zu Land, im Wasser oder eben auf dem Rad, bei Shark gibt es alles, was es für drunter und drüber braucht. Mit zwei kompletten Garnituren ausgestattet konnte Giacomo wind- und wetterfest an den Start gehen.

 

Crosso

Das in Polen ansässige Unternehmen produziert besonders strapazierfähige Rucksäcke und Taschen zu fairen Preisen. Die Gründer des Labels sind selbst leidenschaftliche Fahrradfahrer und wissen deswegen genau worauf es ankommt, damit das gesamte Reisegepäck trocken am Ziel ankommt.

 

Ebenfalls danken möchten wir Planet Wheel, die mit ihrer mobilen Fahrradwerkstatt für kleinere Reparaturen zur Verfügung standen.

 

4. Fail

 

Also fuhr Giacomo gut ausgestattet los. Kurz vor Brüssel gab es einen harmlos wirkenden Minicrash. Da die Besonderheit des alpacargo Lastenrads ein besonders niedriges Hinterrad ist, haben wir speziell für dieses Fahrrad eine Sonderkonstruktion der Deichsel gebaut. Leider brach ein Teil dieser Deichsel und der Anhänger setze beim Fahren über eine unebene Strecke auf.

 

Kein Problem, dachten wir und trafen Giacomo in Brüssel, um die Deichsel auszutauschen. Alt wich Neu und die Fahrt konnte weiter gehen. Das Ausmaß des Crashes zeigte sich leider erst nach einigen weiteren Kilometern. Wir waren bereits zurück in Hamburg, als wir den Anruf bekamen, dass der Anhänger streikt. Ferndiagnose: der Sensor wurde bei dem Crash verletzt. Was also tun? Für Giacomo war die Tour nicht nur ein Test unseres Anhängers, sondern auch ein persönliches Herzensprojekt, das er gerne fortsetzen wollte. Also entschieden wir uns ihn von der nun schweren Last zu befreien und den Anhänger abzuholen. Die Übergabe fand in einem kleinen Ort, zwei Zugstunden von Paris entfernt, statt. The Tour must go on! Nun eben ohne NÜWIEL-Anhänger. Zurück in Hamburg bestätigte sich die Annahme: der Sensor war bei dem Aufprall beschädigt worden.

 

5. Feedback

 

Die Fahrt bis zum Crash hat Giacomo für uns dokumentiert. Wir konnten also auch in dem kürzer als erwarteten Langstreckentest viele Informationen sammeln. Bis auf den Crash hielt der Anhänger den Strapazen der langen Reise bei Wind und Wetter stand. Die Fehlerquellen haben wir beheben und nun, dank des Tests, den Anhänger weiter verbessern können. Wir sind also für die anstehende Pilotphase in den nächsten Monaten gewappnet.

 

Was wir „aus unseren Fehlern” gelernt haben…

 

Was für die Tour zutrifft lässt sich einfach auf alle anderen geplanten Projekte ausweiten. Vor allem Startups werden häufig vom Faktor F heimgesucht. Deswegen gilt es, immer einen kleinen Puffer an Zeit, Budget, Kapazitäten, etc. im Petto zu haben. Klopft dann der Faktor F an eure Tür könnt ihr ihm, wie einem guten Freund, mit den Worten öffnen: wie schön, dass du da bist, wir haben dich bereits erwartet.